Und wie geht das mit der Führung? Ich frage mal einen erfolgreichen Unternehmercoach

Heute im Experteninterview: Ursula Suhre von Suhre Coaching aus Wunstorf

In meiner Reihe “Matthias Schultze fragt – Experten antworten” stelle ich Ihnen heute eine multiprofessionelle Frau vor, die sich als Unternehmercoach einen sehr guten Ruf aufgebaut hat und weiß, wie Mitarbeiter und Unternehmer ticken. Ein toller Einblick hinter die Kulissen. Verpassen Sie das nicht.

„Meine Bestimmung ist es, nicht überall zu sein, sondern da, wo ich bin, zu sein.“ (U.Suhre)

„Meine Bestimmung ist es, nicht überall zu sein, sondern da, wo ich bin, zu sein.“ (U.Suhre)

 

Was hat eine Nicht- Betriebswirtschaftlerin in Unternehmen zu suchen?

Das dachte ich auch eine Weile bis eine Unternehmerin auf mich zu kam und sagte“ Sie haben mir so unkompliziert und schnell bei meiner Familiensituation geholfen, könnten wir mal zusammen auf meine Firma schauen? Ich glaub da gibt es ähnliche Konflikte, die ich allein nicht gewuppt kriege.“ Das war der Start für mein Unternehmenscoaching.

Was hat Ihre Präsenz denn dort erfolgreich gemacht?

Sie hatte eine gute Geschäftsidee und wuchs atemberaubend schnell. Da war gar keine Zeit an Mitarbeiterführung zu denken. Warum auch, lief ja. Bis sie die 10. Mitarbeiterin einstellte, dann krachte es. Ich unterstützte Sie erst mal mit SOS- Maßnahmen: Überhaupt mal einen geschützten Ort der Ruhe zu erhalten, um sich zu entlasten und dann sprachen wir über Führung, Gruppenleiter einführen, Teams entwickeln usw. Die Mitarbeiter merkten bald, dass sie als GF ruhiger und klarer wurde und ihre Entscheidungen durchdacht und nachhaltig waren. Das brachte Struktur und Orientierung.

Welche weiteren Erfahrungen machen Sie heute zu einem erfolgreichen Unternehmercoach?

Unternehmen sind wie eine große Familie: da gibt es junge Erwachsene, die als mittlere Führungsriege neue Ideen einbringen und Interesse an hochwertiger Aus- und Weiterbildung haben und mit Einfluss nehmen wollen. Da sind die pubertierenden Querdenker, die noch nicht genau wissen, wo sie genau hinwollen, und mit ihren „Dagegen“ Argumenten und unsteten Verhalten jedes Meeting zu einer Herausforderung werden lassen. Auch die Kinder, die wie fleißige Bienen ihre Arbeit tun und meistens mithelfen, die Jüngsten beim Anlernen zu unterstützen, wünschen sich Mitspracherecht und Anerkennung. Und die Eltern wie Geschäftsführer und Macher, hatten zwar eine gute Idee davon, wie sie es zunächst machen wollten, aber mit jedem „Kind“ /Mitarbeiter oder Unternehmenszweig kommen vielfältige neue Aufgaben hinzu.

Wir alle sind in Familien aufgewachsen. Also strukturieren wir auch unsere Unternehmen so. Es ist ein System, das wir gut kennen. Zum Beispiel: Wenn wir selbst GF sind, stellen wir gern mal eine Mitarbeiterin ein, die wie die kleine „Schwester“ ist, schließlich haben wir damals auch schon auf sie aufgepasst. Ob sie heute ins Unternehmen passt, ist eine andere Frage. Oder klären Konflikte, wie wir es zuhause gelernt oder eben oft auch vermieden haben, egal ob es wirksam hilft, die Arbeit voran zu bringen. Oder der Streit mit der älteren Generation, besonders in Familienunternehmen. Er bindet die Energien manchmal so stark, dass der Junior an seinem Erfolg zweifelt.

Was macht uns Geschäftsführer denn wirklich zu einem guten und erfolgreichen „Anführer“?

Wertschätzende Führungskompetenz, die man lernen und für die man sich entscheiden kann.

Unser Überlebenswille von damals hat uns geformt. Als Erwachsener und Führender braucht es deutlich mehr als Prägung: Bewusstsein über die eigenen Zusammenhänge. Auch wenn es vor allem den Männern nicht gefällt, aber 95% unseres Verhaltens ist unbewusst.

Deshalb lohnt es sich, Teile davon zur Nutzung zur entdecken, um neue, sinnvolle Entscheidungen zu treffen, für sich selbst und fürs Unternehmen. Das ist einer meiner Ziele beim Einzelcoaching mit GF.

Und wie geht das mit der Führung?

Eine Frage, die ich gern live und individuell mit Interessierten erarbeite, aber eine gute Metapher dafür ist der Paartanz.

Wer tanzen kann- auf der Bühne der Führung- ist klar im Vorteil. Wenn Sie ein Mann sind, lernen Sie Ihre eigenen Schritte zu koordinieren und gleichzeitig die Dame/andere zu führen und sind verantwortlich für die Choreographie/Strategie, wenn Sie eine Frau sind, lernen Sie zu folgen, sprich: gut zu zu hören, was an Impulsen kommt und diese sofort in schwungvolle Bewegung um zu setzen. Beides ist in jedem von uns und zu gleichen Teilen für das Gelingen wichtig.

Führen will gelernt sein, folgen auch.

Auf das Zusammenspiel kommt es an. In Unternehmen am wichtigsten in der Spitze und dann mit der Belegschaft. Dann hört es auf, dass Mitarbeiter z.T. bis zu 60% Ihrer Arbeitszeit mit Frust oder Krankheit vergeuden, wie es immer wieder vom Gallup Institut aus Umfragen bestätigt wird.

Coaching ist ja kein geschützter Begriff. Was macht Ihr Coaching besonders, was ist Ihr USP?

Meine multiprofessionelle Sicht aufs Ganze. Als Pädagogin schaue ich auf Teamdynamik, als Individualpsychologin verstehe ich, wie Mitarbeiter ticken, als Systemikerin stärke ich Ihr Unternehmen, als Coach begleite ich Sie auf Augenhöhe dorthin, wo Sie wirklich hin wollen. Nicht dorthin, wo es Ihnen von außen gesagt wurde.

Meine Stärken sind, Verbindlichkeit, Beharrlichkeit, Tempo und Tiefgang, ich bin ehrlich und prozessanregend, kreativ und lebendig. Und ich kann tanzen!

Wer sind denn Ihre Wunschkunden?

Ich suche Querdenker, Unabhängige und Eigenständige, die selbst in Führung bleiben wollen und eine Begleiterin finden möchten, die wertfrei, deutlich und kreativ mit Ihnen Ihre Ziele, Visionen und Strategien entwickelt und mit Ihnen erarbeitet, wie man das an die Belegschaft kommunizieren kann.

Besonders gern begleite ich Unternehmensnachfolge und Generationswechsel.

Haben Sie noch einen guten Tipp für uns Unternehmer für die Zukunft?

Ich lebe mit 4 jungen Erwachsenen zusammen, wo jeder z.Zt. eine seinen Talenten entsprechende hervorragende Ausbildung macht. Das sind die Führungskräfte von Morgen. Diese sogenannte Generation Y wird nicht mehr nach dem meisten Gehalt fragen, sondern nach Kollegen, mit denen Zusammenarbeit Spaß macht, nach guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf, nach interessanten Herausforderungen und Chefs, die Sie wertschätzend unterstützen nicht „erziehen“. Diese Zeit ist vorbei, glauben Sie mir!

Wer schon länger als UnternehmerIn arbeitet, kennt ja die Herausforderung mit der Positionierung am Markt, im eigenen Unternehmen, im Grunde in seinem eigenen Zeit- und Prioritätenmanagement nur zu gut. Die Frage ist immer die Gleiche: Wo gehöre ich echt hin? Was ist mir wichtig? Was macht mich aus?

Für die GF: hier gilt es, sich nach einem wertschätzenden Dialog konkret zu entscheiden und dafür die volle Verantwortung zu übernehmen. Da gibt es Eltern, die Visionen entwickeln und Führen.

Ihr Kontakt zu Ursula Suhre

www.suhre-coaching.de

1000-Dank, liebe Ursula Suhre, für dieses direkte Interview.  Frei raus, zielführend und frisch. Das gefällt mir an Deiner multiprofessionellen Art. Viel Erfolg wünsche ich Dir.

Liebe Leserinnen und Leser, der Dialog 2.0 lebt von Ihrer Aktivität. Wie ist Ihre Meinung zum Thema „Coaching & Führung“ ? – Diskutieren Sie hier mit uns und schreiben Sie Ihre Sichtweisen in die Kommentare. Und nicht vergessen, teilen Sie dieses wertvolle Interview in Ihren Netzwerken gerne weiter. Es lohnt sich auch für andere 🙂

Herzliche Grüße,

Ihr

Signatur

Matthias Schultze

MeinMaler Partner

Autor: Matthias Schultze »

Unternehmer. Malermeister. Blogger. Speaker. Ein dynamischer Macher und Motivator mit Visionen für eine farbige Zukunft im Handwerk. Der dynamische Unternehmer gilt als Pionier für SocialMedia- und Internetmarketing im Handwerk. Um erfolgreicher zu sein und den Vertrieb stärker zu zünden, beschäftigt er sich bereits seit 1997 intensiv mit den Themen Internet im Handwerk, Social Media, digitalen Netzwerken und der digitalen Revolution. Das Realisieren von Alleinstellungsmerkmalen war einer der Auslöser zum Start vieler neuer Impulse.

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