Best Practice – Was wir von anderen lernen können (Social Media KMU)

Heute: Astrid Eishofer – Social Media Beobachterin und Bloggerin aus Wien

In meiner Reihe “Matthias Schultze fragt – Experten antworten” schauen wir uns heute an, was man im Bereich Social Media Marketing von anderen lernen kann. Hierzu befragte ich Astrid Eishofer aus Wien. Sie ist sehr aktiv und erfahren im Bereich Social Media & Video und ist mit Ihrem Expertenwissen sehr gut unterwegs.

Astrid Eishofer - Social Media und Video aus Wien

Warum sind Best Practice-Beispiele gerade für KMU wichtig?

Grundsätzlich halte ich Best Practice Beispiele immer für interessant und lehrreich, allerdings werden in vielen Social Media Lehrgängen, Rankings und Blogs vor allem große Unternehmen und Brands als Beispiele herangezogen. Die haben natürlich weit mehr Ressourcen zur Verfügung als kleinere Betriebe. Oft kümmert sich die PR,- oder Marketingabteilung um die Social Media Agenden, Agenturen werden beschäftigt und eigene Social Media Manager eingestellt. Zusätzlich stehen hohe Medienbudgets für Anzeigenschaltungen zu Verfügung. Von all dem können kleine Betriebe nur träumen.
Umso wichtiger ist es für KMUs, zu sehen, dass bereits viele Firmen, die der eigenen Betriebsgröße eher entsprechen als etwa Coca Cola oder Starbucks, soziale Medien professionell für Ihr Marketing nutzen. Netzwerkgruppen wie die Handwerker 2.0. – zu denen Du übrigens auch gehörst – zeigen immer wieder auf, dass man ohne Mega-Budgets sehr gute Social Media-Erfolge erzielen kann. Vor allem aber bringen Sie persönliche Erfahrungswerte ein, die den betrieblichen Gegebenheiten von KMUs entsprechen.

Du verfolgst unsere Aktivitäten schon über einen längeren Zeitraum. Was ist für Dich das Spannende dabei?

Die Selbstverständlichkeit und Konsequenz mit der Ihr die digitalen Medien seit Jahren für Eure Unternehmensziele einsetzt – und zwar jeder nach seinen Möglichkeiten. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Badener Business-Feng-Shui-Expertin Heike Schauz ist beruflich sehr viel unterwegs und manchmal über einen längeren Zeitraum offline. Ihre Community nimmt ihr die digitale Abwesenheit aber keineswegs übel. Fans und Follower wissen, dass sie nicht vergessen werden, weil der Dialog bei nächster Gelegenheit weitergeführt wird und Frau Schauz regelmäßig über Neuigkeiten und Ihre Erlebnisse berichtet.
Es ist nur ein Beispiel von vielen, dass zeigt, wie gut man im Internet Bindung zur Zielgruppe aufbauen kann, wenn dran bleibt. Denn eines wollen wir auch gleich vorwegschicken: Es dauert lange und man braucht viel Geduld um sich eine loyale Community aufzubauen. Mit Persönlichkeit, relevanten Inhalten und einer wertschätzenden Haltung gegenüber den Fans und Followern ist dieses Ziel aber durchaus realistisch. Übrigens generiert Frau Schauz als Einzelunternehmerin mittlerweile zahlreiche Aufträge über ihre Social Media Aktivitäten. Und damit ist sie bei den Handwerkern 2.0. nicht alleine.

Es geht also um Wertschätzung gegenüber den Fans und persönliche Erfahrungswerte – Was kann man sonst noch von anderen lernen?

Mittlerweile werden oft theoretische Social Media – Themen in Firmenblogs aufgegriffen und über die sozialen Netzwerke kommuniziert. Hier ist gut zu beobachten wie die Umsetzung der Theorie in die Praxis stattfindet. Die Fans und Follower werden aktiv zum Dialog aufgefordert, was natürlich einen gewissen Zeitaufwand für den Unternehmer bedeutet, denn mit posten und bloggen alleine ist es nicht getan. Die Community will und muss betreut werden, schließlich dreht es sich auf den Social Media Plattformen vor allem um Interaktion.
Es verhält sich wie im realen Leben: Wenn Du mit jemanden sprichst, erwartest Du ein Feedback. Kommt nichts zurück, wirst Du dieser Person den Rücken kehren. Ähnlich ist es in den sozialen Medien: Du erntest, was Du sähst.

Wo siehst Du die größten Herausforderungen für KMU?

In den bereits angesprochenen personellen und finanziellen Ressourcen. Denn obwohl diese bei KMUs bei weitem geringer sind, gelten die gleichen Social Media – Eckpfeiler wie bei den großen Unternehmen: Bereits im Vorfeld sollten klare Ziele definiert werden. Was will man mit seinen Social Media Aktivitäten erreichen? Man sollte herausfinden was auf welchen Plattformen realistisch umsetzbar ist und sich die passende Strategie dazu überlegen.
Deshalb ist es auch für KMUs wichtig, in eine Social Media Beratung oder einen Lehrgang zu investieren, bevor sie loslegen.
Wenn man dann mittendrin ist, muss sich in regelmäßigen Abständen die Frage stellen welchem Ergebnis der Aufwand, den man betreibt, gegenüber steht. Nicht immer sind es neue Kunden und Aufträge, die einem zufliegen. Jens Heim (Chef bei HEIM TUTTLINGEN – Straßenbau / Tiefbau / Tankstellenbau) hat es in einem Kommentar auf meiner Facebook-Seite wie folgt formuliert: „Was bringt Social Media für KMUs? Aufmerksamkeit, Presse, Interesse und es trägt zur Markenbildung bei.“ Damit stellt er fest, dass für ihn die Stunden, die er regelmäßig für Social Media aufwendet, sehr gut investiert sind.

Apropos Zeit, wie halten es die Social Media-Aktivisten mit der Zeit?

Hier organisiert sich jeder nach seinen Möglichkeiten. In manchen Familienbetrieben – wie etwa bei Malermeister Dirk Borsch  – wird die ganze Familie eingebunden, was meist wunderbar klappt. Viele nutzen Zusatztools, um Beiträge automatisch auf unterschiedlichen Kanälen zu veröffentlichen. Anfragen und Kommentare der Fans und Follower werden so zeitnah wie möglich beantwortet.
Malermeister Michael Großbölzl aus Ried in Oberösterreich hat – wie viele andere Seitenbetreiber – fixe Zeiten eingeplant und ist ebenfalls davon überzeugt, dass sich sein Einsatz lohnt:
„Eines ist sicher, mit der ständigen Präsenz und dem ständigen Kontakt auf Facebook bleibe ich mit meinen potentiellen Kunden immer in Kontakt und erreiche über die Zeit auch eine gewisse Kundenbindung“, sagt Großbölzl in einem Interview, dass in den nächsten Tagen in meinem Blog veröffentlicht wird.
Die Malerei Gruber aus Wien schaut mindestens zwei Mal am Tag nach ihren Facebook-Fans, was mit einer sehenswerten Interaktionsrate belohnt wird. Natürlich geht es sich nicht immer aus, aber die Community zeigt Verständnis wie es sich unter „Social Media-Freunden“ gehört.

Was fällt Dir sonst noch bei Deinen Streifzügen durch die sozialen Medien auf?

Die Motivation in meinem Social Media-Umfeld steigt mit der Aufklärung! Mittlerweile gibt es zahlreiche Betriebe, die bloggen und mehrere Social Media Kanäle nutzen. Fliesen Fieber, der Schimmeldoktor, Eberle Bau, Ludger Freese und viele mehr. Diese Aufzählung stellt keine Wertung dar und man könnte noch viele hinzufügen.
Aber über eines brauche ich mir bestimmt keine Sorgen zu machen: Nämlich dass sich hier jemand auf den Schlips getreten fühlt, weil er nicht erwähnt wurde. Was ich nämlich auch im ganzen letzten Facebook-Jahr feststellen konnte, war: Man gönnt sich gegenseitig den Erfolg, arbeitet zielgerichtet am eigenen und nutzt die positiven Synergieeffekte der Netzwerke. Es ist völlig klar, dass es hier nicht darum geht, den Einzelnen hervorzuheben oder gar andere auszugrenzen. Vielmehr geht es hier darum, das Social Media-Erwachen von KMUs vor allem aus dem Handwerksbereich aus meiner persönlichen Sicht zu durchleuchten.

Was möchtest Du KMUs in Bezug auf Social Media mit auf den Weg geben?

Social Media ist keine Modeerscheinung, Social Media ist ein fixer Bestandteil des modernen Kommunikationszeitalters und Social Media entwickelt sich rasant weiter. Gleiches wird auch von den Nutzern gefordert. Hat man vor ein paar Jahren ein Restaurant, einen Arzt oder einen Handwerker noch offline im Telefonbuch gesucht, befragt man heute einfach Google, Facebook oder Co.
In diesem Sinne: Fangen Sie einfach an, schauen Sie, was Ihre Mitbewerber machen und lernen Sie von anderen. Denken Sie über eine professionelle Beratung nach, bevor Sie loslegen. Sie werden sehen, dass viele Dinge klarer, transparenter und besser umzusetzen sind, wenn man wichtige Dinge wie Strategie oder Contentplanung im Vorfeld kennt.

Ihr Kontakt zu Astrid Eishofer:

Astrid Eishofer
Hasnerstraße 137
1160 Wien 
Telefon: +43 (0) 650 988 4006
E-Mail: office@eishofer.com 
http://www.eishofer.com

Liebe Leserinnen und Leser, der Dialog 2.0 lebt von Ihrer Aktivität. Wie ist Ihre Meinung zum Thema ? – Diskutieren Sie hier mit uns und schreiben Sie Ihre Sichtweisen in die Kommentare.

Herzliche Grüße,

Signatur

Matthias Schultze

MeinMaler Partner

Autor: Matthias Schultze »

Unternehmer. Malermeister. Blogger. Speaker. Ein dynamischer Macher und Motivator mit Visionen für eine farbige Zukunft im Handwerk. Der dynamische Unternehmer gilt als Pionier für SocialMedia- und Internetmarketing im Handwerk. Um erfolgreicher zu sein und den Vertrieb stärker zu zünden, beschäftigt er sich bereits seit 1997 intensiv mit den Themen Internet im Handwerk, Social Media, digitalen Netzwerken und der digitalen Revolution. Das Realisieren von Alleinstellungsmerkmalen war einer der Auslöser zum Start vieler neuer Impulse.

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4 Kommentare zu
»Best Practice – Was wir von anderen lernen können (Social Media KMU)«


  1. Habe das Interview mit einem breiten Grinsen gelesen. So viele Dinge kann ich bestätigen und nur empfehlen. Mit Astrid und Matthais sind auch zwei echte Vollgas-Profis am auf der Strecke. Sie können viel Windschatten für die Verfolger geben – der auch genutzt werden kann. Wer es versteht seinen Renner genau auf der Piste „Social Media Gand Prix“ zu steuern, wir viele Fans gewinnen, Annerkennung und zahlreiche weitere Rennen fahren.
    Ich freue mich auf den nächsten Rennbesuch. Vielleicht treffe ich dann auch einmal die Astrid im österreichischen Rennstall 🙂

  2. Glückwunsch, ein sehr schönes Interview von und mit euch beiden.
    Liebe Astrid: Danke für die Wertschätzung.
    Lieber Matthias: Danke für die Arbeit, die du hier rein gesteckt hast.
    Euch weiterhin viel Erfolg

    Sonnige Grüße
    Jens

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