Die Mietpreisbremse kommt – Fluch oder Segen? Fragen wir mal den Immobilienmakler

Immobilienmakler Mirko Kaminski von arthax-immobilien.de im Interview zum Thema Mietpreisbremse

In meiner Reihe “Matthias Schultze fragt – Experten antworten” stelle ich Ihnen immer  donnerstags interessante Menschen aus meinem Umfeld vor, die in den Bereichen Social Media, Handwerk2.0, Design, Trends oder Lifestyle tätig sind, Netzwerke leben und Spaß haben. Heute ist es erneut Mirko Kaminski, Immobilienmakler aus Hannover. Unser Thema ist die Mietpreisbremse. Schon gehört?

Hallo Herr Kaminski, lange nicht gesehen!
… und trotzdem wiedererkannt, Hallo Herr Schultze.

Immobilienmakler Hannover

Schon gehört? Seit gestern ist die „Mietpreisbremse“ in aller Munde. Haben Sie jetzt weniger zu tun?

Ja, ich habe gestern lang und breit davon gehört und meine Eindrücke in einen kleinen Blog verpackt (Link siehe unten).
Nein, bestimmt nicht weniger zu tun. Das hängt allerdings damit zusammen, dass wir sowieso vorrangig Verkauf, Verwaltung und Finanzierung von Immobilien in Hannover betreiben. Mit der sog. Mietpreisbremse packt man leider nicht die Ursache an und verfehlt genau deshalb die Wirkung.

Wie meinen Sie das?

In Ballungszentren werden Wohnungen schon immer stärker nachgefragt, als auf dem Lande. Natürlich wollen auch immer mehr Menschen die in der Stadt arbeiten, auch hier wohnen, um Fahrtkosten und -zeiten zu sparen.

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum bestimmt den Preis. Die Energiepolitik drängt die Menschen zu solchen Schritten und den einzigen Ausweg sieht eine Große Koalition nun in der Bevormundung der Immobilieneigentümer.

Viele Immobilieneigentümer, egal ob privat oder Wohnungsgesellschaft / Pensionskasse, bauen sich mit Immobilien als Wertanlage eine solide Altersversorgung auf und werden nun stark verunsichert.

Außerdem ist das Thema hausgemacht.

Bitte sprechen Sie Tacheles

Gerade hier in Hannover haben Stadt und Land (NILEG) vor über 5 Jahren mehr als 30.000 Mietwohnungen mit Preisbindung an Investoren verkauft. Die Immobilienmieten waren preiswert, weil der Vermieter kaum etwas in seinen Bestand investiert hat. Trotzdem wurde teuer verkauft. Der Investor repariert und modernisiert und muss dadurch auch seine Mieten anpassen und jetzt wird er vor den Kopf gestoßen. Die GBH macht es im kleineren Rahmen ähnlich. Alter, kaputter Bestand mit günstigen Mieten wird teuer versilbert…bloß nicht zu viel investieren.

Welche Auswirkungen könnte die Mietbremse haben?

Qualität hat seinen Preis. Handwerker und Material wollen ordentlich bezahlt werden. Für Immobilieneigentümer dürfte es nicht mehr interessant sein, in den Wohnungsbestand zu investieren, wenn sich die Kosten nicht durch die Miete amortisieren. Wohnungsneubau ist teuer. Auch hier müsste man sparen, wenn es keine Amortisation gibt. Neue steuerliche Anreize durch Abschreibungen sind auf Dauer uninteressant, da auch ein Neubau im Bestand gepflegt werden will, nur womit? Investoren werden immer mehr weg von der Wohnimmobilie, hin zur Gewerbeimmobilie gehen. Nur ist irgendwann auch dieser Markt gesättigt.
Wie mit dem Wegfall der Eigenheimzulage 2005 wäre dann wieder mal Ebbe am Arbeitsmarkt.

Kleinere Vermieter werden sich nach einem Mieterwechsel immer häufiger fragen, ob es sich noch lohnt, Elektrik, Badezimmer, Balkon, Fenster, Wärmedämmung, Fußboden oder Wände zu erneuern. Im Idealfall wird verkauft. arthax-immobilien.de hat solide, vorgemerkte Kunden. Wir sind also bestens vorbereitet.

Also könnte die Mietbremse direkte Auswirkungen aufs Handwerk haben?

Absolut und zwar Positive und Negative. Handwerksbetriebe, die vorrangig für größere Vermieter arbeiten, werden mit sinkender Investitionsbereitschaft viele Aufträge verlieren. Die Handwerker, die sich schon längst ihre Nische geschaffen haben, weil sie eben nicht nur Standart weiß können, werden die Gewinner sein.
Im Verkauf gebrauchter Immobilien in Hannover stellen wir immer wieder fest, dass Individualität mehr denn je gefragt ist. Das fängt an beim Parkett, geht über hochwertigen Naturstein, Designbäder, Fugenlosoptik, lackierte Decken, Stuckimitate und -aufarbeitungen, Chippen, Flocken, fein gespachtelte Wände, Designtapeten von Glööckler und Co, Rostoptik aber auch Lösungsmittel- und Allergiefreie Farben… ich glaube, damit kennen Sie sich besser aus, Herr Schultze.
Wir freuen uns dann immer wieder, wenn uns Kunden nach dem Verkauf ihre neue Wohnung zeigen.

Vielen Dank Herr Kaminski für Ihre Zeit und Ihre tollen Antworten.

Ihr Kontakt zu Herrn Mirko Kaminski – Immobilienmakler Hannover

arthax-immobilien.de | Dragonerstr. 25 |  30163 Hannover

Den aktuellen Artikel von Mirko Kaminski lesen Sie hier –> http://arthax-immobilien.blogspot.de/2013/11/mietpreisbremse-kommt-jetzt-die.html

Telefon 0511 7608567
E-Mail info (at) arthax-immobilien.de
Webseite www.arthax-immobilien.de

Lassen Sie uns miteinander sprechen, hier im Blog

Liebe Leser, der Dialog 2.0 lebt von Ihrer Aktivität. Was sagen Sie zum Thema Mietpreisbremse? Diskutieren Sie hier mit uns und schreiben Sie Ihre Sichtweisen in die Kommentare.

Herzliche Grüße,

Ihr Matthias Schultze

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MeinMaler Partner

Autor: Matthias Schultze »

Unternehmer. Malermeister. Blogger. Speaker. Ein dynamischer Macher und Motivator mit Visionen für eine farbige Zukunft im Handwerk. Der dynamische Unternehmer gilt als Pionier für SocialMedia- und Internetmarketing im Handwerk. Um erfolgreicher zu sein und den Vertrieb stärker zu zünden, beschäftigt er sich bereits seit 1997 intensiv mit den Themen Internet im Handwerk, Social Media, digitalen Netzwerken und der digitalen Revolution. Das Realisieren von Alleinstellungsmerkmalen war einer der Auslöser zum Start vieler neuer Impulse.

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5 Kommentare zu
»Die Mietpreisbremse kommt – Fluch oder Segen? Fragen wir mal den Immobilienmakler«


  1. Guten Abend Herr Kratzsch,
    in meinem Blog http://arthax-immobilien.blogspot.de/ habe ich mit konkretem Zahlenbeispiel nachgerechnet.
    Den Rest gilt es tatsächlich abzuwarten.
    Beste Grüße.
    Ihr Mirko Kaminski

  2. Guten Tag Herr Schultze

    Das ist ja unsere erste online Kommunikation, darum vorweg erst einmal ein großes Lob an Ihren Blog @ http://www.Blog.Maler-Heye.de und das Ausführliche Interview mit Herrn Mirko Kaminski.

    Im Grunde stimmen wir der Ausführung unseres Kollegen zu, da auch wir, als Interessenvertreter von privaten Wohnungseigentümern, einen staatlichen Eingriff in die Ausübung von Eigentumsrechten nicht für gut heißen können und wollen.

    Doch schauen wir einmal genauer hin, so ist die ganze Angelegenheit doch gar nicht so wild.

    Da ist zum einem die bisher angedeutete Beschränkung auf Ballungszentren und eine entsprechende Abstufung der prozentualen Erhöhung bei Neuvermietung.
    Hier gilt es unserer Meinung nach die tatsächlichen Zahlen abzuwarten. Es redet ja keiner von Stagnation, sondern nur von einem gesunden Maß, besonders in den Regionen und Städten, wo der ein oder andere die Taschen nicht voll genug bekommen kann. Denn seien wir doch mal ganz ehrlich: Die letzten Jahre haben immense Preissprünge mit sich gebracht und die Branche hat die Nase recht hoch im Wind.
    Darüber hinaus lassen sich die Objekte ja weiterhin entwickeln und zwar durch Modernisierung.
    Die Aufwertung von Wohnraum führt, so die Pläne aus Berlin bisher, weiterhin zu einer besseren Qualifizierung im Mietenspiegel. Energetische Modernsierungen lassen sich ebenfalls weiterhin, wenn auch nur noch mit geplanten 10% (statt bisher 11%) auf den Mietzins umlegen.
    Dabei ist der Mietenspiegel gar nicht zu beachten, sondern lediglich die Grenze zum Mietwucher.
    Dazu gibt es positive steuerliche Aspekte und diverse Förderungen aus staatlichen oder kommunalen Programmen (KfW, ProKlima, etc.)
    Somit sehen wir auch keine Gefahr für das Handwerk. Wir gehen eher davon aus hier ein wesentlicher Hebel geschaffen wird, um den Immobilienbestand weiter zu entwickeln.

    Wem das noch nicht reicht, der greift auf alternative Vermietungsmethoden zurück.
    Wohnen auf Zeit in voll ausgestatteten oder teilmöblierten Wohnungen unterliegt keiner Reglementierung und ist besonders für die Ballungsgebiete eine interessante Variante.
    Wir, die Kratzsch Immobilienhandel GmbH, begleiten unsere Kunden schon seit längerem bei dieser Form der Vermietung und haben damit sehr gute Erfahrungen sammeln können.

    Unterm Strich sehen wir die Dramatik in der Mietpreisbremse also gar nicht so drastisch, wie es die laufende Diskussion vermuten lassen könnte.
    Ob das geplante Paket die aus Berlin gewünschte Wirkung erzielen wird ist fraglich. Unserer Meinung nach und da teilen wir die Meinung der Kollegen von Arthax-Immobilien.de, wird das nicht der Fall sein.
    Für den Wohnungseigentümer sehen wir aber keine Gefahr in der Mietpreisbremse.

    Tim Kratzsch
    Kratzsch Immobilienhandel GmbH
    http://www.facebook.com/Kratzsch.Immobilienhandel

    • Hallo Herr Kratzsch,

      das nenne ich doch mal einen sensationellen „Online-Erstkontakt“. Sehr vorbildlich, dass Sie sich auf das Experteninterview mit diesem hochwertigen Feedback melden und vielen Dank für die Wertschätzung. Mag ich 🙂

      Was die Mietpreisbremse im Allgemeinen an Reaktionen auslösen wird, werden wir sehen. Spannend finde ich die Diskussion allemal. Wichtig ist auch, weiter aufzuklären und alle Seiten zu beleuchten. Kann ja nicht schaden, dass auch auf diesem Wege zu tun.

      In diesem Sinne freue ich mich, Sie hier öfters begrüßen zu können.

      Herzliche Grüße,

      Ihr Matthias Schultze

  3. Ein sehr schönes und ehrliches Interview mit dem Kollegen! Natürlich sind Mietsteigerung von +30% in einem sehr kurzen Zeitraum äußerst strittig, jedoch sehe ich durch die Mietpreisbremse noch mehr Probleme auf die Wirtschaft zukommen. Im Endeffekt ist es doch unser Wirtschaftliches System, welches Preise nach Nachfrage zusammen setzt. Dürfen Eigentümer darauf nicht eingehen werden sie früher oder später Probleme kriegen, Immobilien zu sanieren, was natürlich Aufträge für Handwerksfirmen kaputt machen würde und somit, wenn auch nur in kleinem Ausmaß schlechten Einfluss auf die Wirtschaft hätte.

  4. Mit der Mietpreisbremse wird mal wieder das Pferd von hinten aufgezäumt. Genau wie im Artikel beschrieben, fehlen dann die Anreize Bestandsobjekt aufwendig zu sanieren, wenn Investitionen sich mittelfristig nicht rechnen.
    Ich gehe aber persönlich noch einen Schritt weiter.
    Warum greift dieser „Rechtsstaat“ denn seinen lieben Bürge(r)n durch die hohe Abgabenlast (die eh nur durch die Politik hin zur Finanzindustrie, nach Brüssel, zur NATO, zum IWF, … fließen und umverteilt werden) überhaupt erst so tief in die Tasche, das jetzt schnellstens als alternativelose Lösung die Mietpreisbremse her soll?
    Klar, das ist mal wieder gezielte Ablenkung der Medien damit der d***e Michel nicht ins Nachdenken kommt und die in der Klammer genannten vielleicht mal auf Korn nimmt und abdrückt.
    Beste Grüße
    Stefan Bode

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