Warum Lob und Anerkennung gegenüber den Mitarbeitern so wichtig ist

Heute: Akin Douglas von DOUGLAS  Wirtschafts- und Kommunikationstraining

In meiner Reihe “Matthias Schultze fragt – Experten antworten” möchte ich Ihnen einen weiteren, wertvollen Experten vorstellen. Unser Thema heute ist Lob und Anerkennung. Ein tolles Experteninterview mit großem Mehrwert für Chef´s und Mitarbeiter. Nicht verpassen, es gibt wertvolle Tipps!

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Warum ist es so wichtig,  Mitarbeiter zu loben und Anerkennung auszusprechen?

Lob und Anerkennung sind Rückmeldungen, an denen sich die Mitarbeiter orientieren können. Wie soll ich wissen, ob ich etwas richtig gemacht habe, wenn es mir keiner sagt. Besonders neue Mitarbeiter brauchen Rückmeldungen. Mit einem Lob kann ich Mitarbeiter in Ihrer Arbeit bestätigen. Die Chance auf Wiederholung, wenn jemand etwas richtig gemacht hat, ist größer, wenn ich seine Leistungen anerkenne.

Akin Douglas - Experte für Kommunikationstrainig im Heidekreis

Mitarbeiter, welche Anerkennung erfahren:

  • Fühlen sich wohler, weil sie merken, dass sie akzeptiert sind
  • Sind mehr bereit, sich zu engagieren
  • Zeigen mehr Interesse und Zufriedenheit an ihrer täglichen Arbeit
  • Entwickeln mehr Kreativität. Man hat mehr Ideen, wenn man nicht aus Angst vor Kritik viele Ideen unterdrücken muss.
  • Entwickeln mehr Vertrauen. Auch in schwierigen Situationen kann ein Vorgesetzter, der Anerkennung gibt, eher damit rechnen, dass seine Mitarbeiter ihn unterstützen.
  • Steigern ihre Leistung von sich aus. Anerkennung zu erfahren, ist eine angenehme Folge des bisherigen Verhaltens. Mitarbeiter werden versuchen, erneut in den Genuss dieser Folgen zu kommen

 

Kann ich Selbstverständlichkeiten von meinen Mitarbeitern nicht einfach erwarten?

Wenn Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter in Zukunft alles „Selbstverständliche“ wieder so qualitativ erledigen wie sonst auch, sollten Sie ihre Arbeit anerkennen. Wenn jemand ein Jahr lang immer pünktlich zur Arbeit kommt oder stets ordnungsgemäß gekleidet ist, sollte ich das anerkennen.

  • Erstens kostet mich das nur wenige Minuten
  • Zweitens motiviere ich dadurch die Mitarbeiter es weiterhin so zu handhaben
  • Drittens macht für jeden die Arbeit einfach mehr Spaß, wenn ein entsprechendes Engagement wahrgenommen wird

 

Wie ist Ihre Erfahrung? Wird in deutschen Betrieben zu wenig Leistung anerkannt?

Unsere Erfahrung zeigt, dass in vielen Betrieben ein Ungleichgewicht zwischen Kritk und Anerkennung herrscht. Wenn ich gar nicht lobe, mir Kritiken aber leicht über die Lippen kommen, darf ich mich über meine selbst geschaffene “Kritikkultur” nicht wundern.

Häufige Folgen einer Kritikkultur sind:

  • Demotivation
  • Frust
  • Dienst nach Vorschrift
  • Ärger
  • Ängste
  • Krankheit

Die Folgen sind teilweise verheerend und können einen enormen, wirtschaftlichen Schaden erzeugen.

 

Loben ist ja schön und gut. Es kann doch aber nicht immer alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ sein. Im Betrieb soll ja weiterhin ernsthaft gearbeitet werden.

Loben und Anerkennen bedeutet ja nicht, dass man keine Kritik mehr äußern sollte. Im Gegenteil, wenn Sie es schaffen in Ihrem Betrieb eine Kritikkultur in eine Lobkultur zu verwandeln, kann Kritik ganz anders wirken. Kritik ist ja auch eine Rückmeldung, an der sich der Mitarbeiter orientieren soll. Natürlich muss ich mich auf ein Lob oder Kritikgespräch entsprechend vorbereiten. Beim Aussprechen von Lob kann man z.B. folgende Fehler machen:

  • Das Lob kommt zu spät
  • Ich meine es nicht ehrlich
  • Verallgemeinerungen
  • Verwendung einschränkender Füllwörter, beispielsweise “schon ganz gut”, “recht ordentlich”
  • Anerkennung als Mittel zum Zweck

Beachten Sie beim Aussprechen von Anerkennung folgende Punkte:

  • Angemessen in den Mitteln
  • Einfach, glaubwürdig, natürlich
  • Kurz und bündig
  • Mit Namen ansprechen
  • Verdeutlichen durch Hervorhebung von besonderen Details
  • Zusammenhänge aufzeigen, so dass der Mitarbeiter nachvollziehen kann, welche Bedeutung seine Leistung in einem größeren, gesamtbetrieblichen Rahmen hat
  • Im Dialog anerkennen

 

Was sollte ich denn überhaupt loben?

Die Erfüllung von alltäglichen Aufgaben sollte von Zeit zu Zeit anerkannt werden. Außerdem besondere Leistungen (wenn z.B. ein Kunde die Leistung Ihres Mitarbeiters gesondert hervorhebt).

Leistungsverbesserungen und Teilerfolge verlangen Anerkennung. Besonders bei neuen oder schwachen Mitarbeitern oder solchen, welche neue Aufgaben übernommen haben. Für diese sind auch Teilerfolge als ganze Leistung anzuerkennen, auch wenn diese noch unter den normalen Erwartungen liegt.

Zudem können Sie auch etwas Persönliches hervorheben. Vielleicht ist es der Schmuck einer Kollegin oder die neue Frisur eines Mitarbeiters. Wenn Sie es ehrlich meinen und dabei nicht zu dick auftragen, zeigen Sie damit, dass sie auch die persönliche Seiten Ihrer Kollegen achten und schätzen.

 

Wann sollte ich denn ein Lob aussprechen?

So zeitnah wie möglich. Ein Lob für eine Leistung aus dem letzten Jahr, kann man nur noch schlecht nachvollziehen. Sorgen sie für eine ruhige Atmosphäre. Es muss ja kein langes Gespräch im Büro sein. Sie können Ihren Mitarbeiter auch kurz zur Seite nehmen. Das Gespräch sollte nicht länger als drei Minuten dauern.

 

Einen sehr großen Dank lieber Akin Douglas für dieses sehr wertvolle Interview mit geballtem Wissen zur direkten Umsetzung.

Liebe Leser, der Dialog 2.0 lebt von Ihrer Aktivität. Was sagen Sie zum Thema Lob und Anerkennung? Diskutieren Sie hier mit uns und schreiben Sie Ihre Sichtweisen in die Kommentare.

Ihr Kontakt zu Herrn Akin Douglas

Die Dienstleistungen von DOUGLAS Wirtschafts- und Kommunikationstraining umfassen maßgeschneiderte Beratungen und die Begleitung der Umsetzung.

Telefon +49 (0)5167-9999844
E-Mail kontakt(at)douglas-u.de
Blog www.blog.douglas-u.de

Herzliche Grüße,

Ihr Matthias Schultze

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MeinMaler Partner

Autor: Matthias Schultze »

Unternehmer. Malermeister. Blogger. Speaker.

Ein dynamischer Macher und Motivator mit Visionen für eine farbige Zukunft im Handwerk. Der dynamische Unternehmer gilt als Pionier für SocialMedia- und Internetmarketing im Handwerk. Um erfolgreicher zu sein und den Vertrieb stärker zu zünden, beschäftigt er sich bereits seit 1997 intensiv mit den Themen Internet im Handwerk, Social Media, digitalen Netzwerken und der digitalen Revolution. Das Realisieren von Alleinstellungsmerkmalen war einer der Auslöser zum Start vieler neuer Impulse.

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8 Kommentare zu
»Warum Lob und Anerkennung gegenüber den Mitarbeitern so wichtig ist«


  1. […] Interview – Warum Lob und Anerkennung gegenüber Ihren Mitarbeitern so wichtig ist. […]

  2. Hallo Matthias,
    Das ist ein sehr sehr guter,wenn nicht sogar der beste Artikel mit in deinem Blog.Ich kenne es aus eigener Erfahrung.Lehrlinge die ich in den letzten Jahren als Geselle betreuen und ausbilden durfte waren dadurch stets motiviert und gerne auf der Arbeit! Nur so macht Arbeit Spaß und fördert tatsächlich die Kreativität.

    Toller Artikel, so weiter machen…..

  3. Ich stimme vollkommen zu, dass uns allen an einer “Kultur der Anerkennung” gelegen ist.

    Als Respektspezialistin trage ich meinen Teil dazu bei, dass Unternehmen dies als Chance begreifen, in den nächsten Jahren im Rahmen des “Fachkräftemangels” und der “mündigen Kunden” ihren Erfolg durch wertschätzendes Verhalten gegenüber Kunden und Kollegen zu mehren.

    Ich freue mich über jeden, der am gleichen Strang zieht – insofern: Bitte gemeinsam weiter so, die Herren Douglas, Steinseifer und Schultze. Lassen Sie uns das “Virus Anerkennung” gemeinsam in der Arbeitswelt verbreiten. Ich bin dabei!

  4. Guten Tag,

    die Ergänzungen von Frau Schöbitz empfinde ich als sehr hilfreich. Danke.
    Als Unternehmensberater von kleinen und mittelständischen Betrieben, bin ich oftmals schon froh, wenn irgendeine Art von Lob und Anerkennung stattfindet.

    Darüber hinaus macht es natürlich Sinn, feiner zwischen Lob und Anerkennung zu unterscheiden.

    @Herrn Steinseifer:
    Der Spruch:”Nix geschwätzt iss globt gnuch” ist auch außerhalb von Baden Würtemberg aktuell. Viele Führungskräfte glauben tatsächlich, wenn Sie nichts sagen, käme das einem Lob oder Anerkennung gleich. Wenn es aber Mal nicht so läuft, wird die entsprechende Kritik sofort kommuniziert. Das ist dann die “Kritikkultur”, welche wir nicht wollen. In dieser Atmosphäre bekommt der Mitarbeiter nur verbale Rückmeldungen, wenn er etwas falsch gemacht hat. Wenn ein Vorgesetzter dann seinen Mitarbeiter im Betrieb anspricht, kann das nichts Gutes bedeuten.

    Unser Ziel ist eine Lobkultur. Oder besser gesagt, eine Kultur der Anerkennung, in der Kritik dann viel konstruktiver wirken kann.

    Lieber Gruß,
    Akin Douglas

  5. Tolles Interview und ich sehe das auch so – ein nettes Wort an der richtigen Stelle, kann so viel mehr bewirken. Wäre schön, wenn es bei allen Führungskräften mal ankommen würde.

  6. Guten Morgen Herr Schultze,
    besser kann man es nicht darstellen! Perfekt! Das sollten sich viele Unternehmer jeden Morgen durchlesen!
    In Baden Württemberg gilt (leider) immer noch dieser Spruch: Nix geschwätzt iss globt gnuch! 😉 Die Zeiten sind schon lange vorbei!
    Herzliche Grüße
    Klaus Steinseifer

  7. Mitarbeiter wollen Rückmeldungen und brauchen sie auch, um dauerhaft gute Arbeit leisten zu können. Soweit stimme ich mit Herrn Douglas überein. Doch ich möchte eine klare Trennung zwischen Lob und Anerkennung machen – denn beides ist keineswegs dasselbe. Ich bereite dazu gerade einen BlogPost vor, der Anfang nächster Woche erscheinen wird. Genau deshalb interessierte mich dieses Interview so ganz besonders.

    Hier schon mal in aller Kürze:
    – Lob geschieht “von oben herab”, Anerkennung “auf Augenhöhe”.
    – Lob bezieht sich auf eine Leistung, Anerkennung auf den Menschen und seine Persönlichkeit.
    – Lob und Tadel liegen nahe beieinander (Das berüchtigte Feedback-Sandwich!) – wer lobt, tadelt eben auch.
    – Lob verfolgt zumeist ein Ziel, Anerkennung hat keine eigene Motivation.

    Es erscheint mir wichtig, dass immer mehr Chefs verstehen, dass “mehr loben” ein denkbar schlechter Weg ist, Mitarbeiter zu motivieren. Über den Weg der ehrlichen Anerkennung auf Augenhöhe erreichen wir den Mitarbeiter viel wirksamer.

    Mehr dazu Anfang nächster Woche in meinem neuen BlogPost.

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