Negative Kritik, Vorurteile und Beschimpfungen gibt es auch im Netz

Hören was gesagt wird – was wäre, wenn diese Gedanken nicht wären?

Uups, was kommt denn da für eine Info in mein Postfach? Ich öffne den Anhang und sehe ein Bild. Groß steht dort „Was für ein Opferhaufen“. Oha, meint der uns? – denke ich so bei mir. Was ich dazu sage, lesen Sie in diesem Artikel.

Beschimpfungen im Netz. Wer was zu sagen hat, darf auch beide Seiten betrachten

Beschimpfungen im Netz. Wer was zu sagen hat, darf auch beide Seiten betrachten

Auf unserer Facebook-Fanpage habe ich meinen Artikel „Gehaltsorientierte Schonhaltung oder leistungsorientierte Bezahlung?“ beworben und als Anzeige gestreut, damit speziell hierfür Sichtbarkeit für das Thema erzielt wird. Solche Postings können von allen geteilt und kommentiert werden, wenn man das denn möchte. Herr H. hat es in seiner privaten Facebook-Umgebung geteilt und uns als Opferhaufen bezeichnet. Klar kann das jeder sehen. Das ist aber nicht weiter schlimm. Was mich wundert ist, die Qualität der Aussage, denn die Herren H. und D. kennen mich / uns überhaupt nicht. Nur vom Hören-Sagen. Ob ich sie mal einlade?

Social Media ist für viele der Ort, um andere zu beleidigen. Wenn m an keine Ahnung hat, sollte man "Das Opfer" mal persönlich fragen

Ist das wirklich wahr? Was wäre, wenn er diesen Gedanken nicht hätte?

Anleitung zur Überprüfung der Behauptung nach The Work von Byron Katie

Lieber Herr H., lieber Kollege D. Sie kennen mich ja nicht persönlich und ich darf Ihnen beiden sagen, dass wir das gerne ändern können. Ihre Aussagen wollen wir mal nicht überbewerten, aber danke für die Chance, auch anderen zu zeigen, wie wir damit umgehen. Oft haben meine Kollegen und Unternehmerfreunde aus dem Handwerk Angst sich im Internet zu zeigen, weil sie Angst vor solchen unqualifizierten Aussagen haben. Vielleicht setzen Sie beide sich einmal auf diesen Stuhl und fühlen sich mal rein in die Situation.

Ich habe früher auch andere bewertet und es kam auch mal vor, dass ich andere beleidigt habe. Ehrlich gesagt, fand ich mich in der Situation nicht besonders stark. Eher hilflos, denn meine Gegenüber zeigten mir nur auf, was bei mir selber nicht in Ordnung war. Eigentlich ein großartiges Geschenk. Daher möchte ich Ihnen auch ein Geschenk machen und Ihnen einen tollen Lösungsansatz an die Hand geben, den ich selber lernen durfte. Vielleicht überprüfen Sie Ihre Aussage bei Gelegenheit einmal damit. Hilft auch in vielen anderen Situationen.

1. Ist das wahr?

Während Sie die Situation noch einmal betrachten, fragen Sie sich selbst: „Ist es wahr, dass Maler Heyse ein Opferhaufen ist?“ Seien Sie still. Wenn Sie wirklich die Wahrheit wissen wollen, wird das ehrliche Ja oder Nein in Ihnen aufsteigen und der Frage begegnen, während Sie diese Situation vor Ihrem inneren Auge vergegenwärtigen. Lassen Sie Ihren Verstand die Frage stellen und warten Sie auf die Antwort, die auftaucht. Die Antwort auf die Fragen eins und zwei ist nur eine Silbe lang: sie lautet entweder ja oder nein. Und beobachten Sie, ob Sie irgendeine Abwehr spüren, während Sie antworten. Wenn Ihre Antwort ein „weil …“ oder „aber …“ enthält, dann ist das nicht die einsilbige Antwort, nach der Sie suchen und Sie machen nicht mehr The Work. Sie suchen nach Freiheit außerhalb von Ihnen. Ich lade Sie zu einer neuen Sichtweise ein – lebendig, genau hier, genau jetzt.

2. Können Sie mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

Bedenken Sie folgende Fragen: „In dieser Situation: Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass der Typ, die Typen bei Heyse „fertig“ sind? Kann ich je wirklich wissen, wie der Typ tickt? Höre ich nur auf das, was andere sagen? Sind die Interviews wirklich peinlich?“

3. Wie reagieren Sie, was passiert, wenn Sie diesen Gedanken glauben?

Wie reagieren Sie emotional, wenn Sie glauben, dass wir total fertig sind? Wie behandeln Sie mich / mein Team? Seien Sie still, bemerken Sie es. Beispiel: „Sie fühlen sich frustriert,  Sie haben nicht wirklich Spaß und Freude auf der Arbeit, Sie wollen auch Aufmerksamkeit und ein so cooles Team. Sie sind sauer und wütend auf Maler Heyse, weil sich der Typ und sein Team dauernd in den Mittelpunkt stellen. Sie beleidigen ihn, Sie ignorieren ihn, Sie werden schlecht über ihn reden“. Fahren Sie mit Ihrer Liste fort, während Sie Zeuge der Situation werden. Erlauben Sie den Bildern aus Vergangenheit und Zukunft Ihnen vor Ihrem inneren Auge zu zeigen, wie Sie reagieren, wenn Sie diesen Gedanken glauben.

Bringt dieser Gedanke Frieden oder Stress in Ihr Leben? Welche körperlichen Empfindungen und welche Emotionen tauchen auf, wenn Sie diesen Gedanken glauben? Gestatten Sie sich jetzt, sie zu erleben. Welche Zwänge oder Süchte beginnen sich zu manifestieren, während Sie diese Bilder beobachten und Sie diesen Gedanken glauben? Agieren Sie das aus mit einem der folgenden Dinge: Alkohol, Drogen, Einkaufen, Essen, Sex, Fernsehen, etc.? Beobachten Sie ebenfalls, wie Sie sich selbst behandeln in dieser Situation und wie sich das anfühlt. „Sie verschließen sich. Sie ziehen sich zurück. Sie fühlen sich krank. Sie fühlen sich wütend.

4. Wer wären Sie ohne den Gedanken?

Betrachten Sie jetzt, wer Sie in derselben Situation ohne den Gedanken wären, Heyse ist ein Opferhaufen. Wer oder wie wären Sie in derselben Situation, wenn Sie diesen Gedanken nicht glauben würden? Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich Maler Heyse vor. Stellen Sie sich selbst vor, ohne den Gedanken, dass Heyse ein Opferhaufen ist Nehmen Sie sich die Zeit. Beobachten Sie, was auch immer Ihnen gezeigt wird. Was sehen Sie jetzt? Bemerken Sie den Unterschied.

Herzlich gerne helfen wir Ihnen dabei. Und ehrlich? Wir sind ein Super-Team mit netten, ehrlichen Männern und Frauen. Und ich bin gar nicht so ein Scheißkerl, wie Sie zu denken glauben. Ich lade Sie auf ein Bier ein und dann sagen Sie mir mal direkt ins Gesicht, was Ihnen beiden wirklich „Auf den Sack geht“. Ok?

In diesem Sinne sage ich allen Danke für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um das alles zu lesen.

Herzliche Grüße,

Ihr

Signatur

Matthias Schultze

MeinMaler Partner

Autor: Matthias Schultze »

Unternehmer. Malermeister. Blogger. Speaker. Ein dynamischer Macher und Motivator mit Visionen für eine farbige Zukunft im Handwerk. Der dynamische Unternehmer gilt als Pionier für SocialMedia- und Internetmarketing im Handwerk. Um erfolgreicher zu sein und den Vertrieb stärker zu zünden, beschäftigt er sich bereits seit 1997 intensiv mit den Themen Internet im Handwerk, Social Media, digitalen Netzwerken und der digitalen Revolution. Das Realisieren von Alleinstellungsmerkmalen war einer der Auslöser zum Start vieler neuer Impulse.

Diesen Artikel teilen:

Neue Artikel als E-Mail erhalten:

Google FeedBurner | Datenschutzerklärung

9 Kommentare zu
»Negative Kritik, Vorurteile und Beschimpfungen gibt es auch im Netz«


  1. Lieber Matthias,

    ich bin gerade auf diesen Post gestoßen, weil ich dich mal wieder als tolles Beispiel in einer meiner Präsentationen zeigen wollte.
    Und das mache ich auch! Jetzt erst recht! Ich teile deinen Mut und die Art deiner Reaktion zu 100./..
    Ich bin stolz auf Dich! Mach bitte weiter so!

    Herzliche Grüße,
    Katja

    • mm

      Guten Morgen liebe Katja,

      vielen Dank für Dein Feedback hierzu. Mögliche, negative Kritik ist ein sehr großes Thema meiner Handwerkskollegen und ein elementarer Grund für die Ablehnung neuer Medien. Ein #fatalError meiner Meinung nach.

      Ich freue mich sehr bald mal mit Dir zusammen auf der Bühne zu stehen 🙂

      Lass immer wieder gerne von Dir hören.

      Liebe Grüße,

      Matthias

  2. Hallo Herr Schultze,

    gute Reaktion!

    Puh aber schwere Kost, ob die zwei das verstehen?

    Ich zweifle

    mit besten Grüßen aus Schönberg

    Frank Fertsch
    Malerbetrieb Creativ Flex

  3. Lieber Matthias,

    was für eine kluge und lustige Reaktion 🙂

    Weiter so!

    Liebe Grüße

    Janine

  4. Sehr gut Matthias, großartige Entgegnung.

    Ich schreibe auch immer wieder darüber, wie man als Unternehmer mit einem Shitstorm dieser Art umgehen soll. Aber natürlich ist es immer auch ein wenig graue Theorie. Dem Ganzen konkret zu begegnen und sich angegriffen zu fühlen (egal, auch wenn es keine Substanz hat), ist ein wirklich unschönes Gefühl.

    Kenn zumindest vergleichbare Situation aus der Moderation großer Gruppen, auch da wird man schnell mal zum „Opfer“, emotional auf keinen Fall einfach. Umso mehr Glückwunsch zu Deiner überlegten Reaktion.

    Was es Dir bringen wird: Die Emotionen der anderen Leute, von denen, die erkennen, wie ungerecht und dumm solche Anwürfe sind. Damit aber auch das Vertrauen genau dieser Menschen. Das ist gut, das baut wieder auf. Und lässt Dich und Deine Leute am Ende stärker als zuvor dastehen.

    Heads up!

    Tom

  5. Es ist armselig, die scheinbare Anonymität des Internets zu nutzen, um irgendwen dumm und hinterhältig anzumachen. Viel zu viele Betroffene reagieren auf Anfeindungen durch verbale Aufrüstung ihrerseits. Heraus kommt viel zu häufig eine Eskalation der verbalen Gewalt, und das endet in den sozialen Netzwerken dann irgendwann im Shitstorm.

    Insofern, Matthias, ist es genau die richtige Reaktion, das Visier hochzuklappen und die Waffen gar nicht erst zu zücken. Das Gesprächsangebot beeindruckt mich, auch wenn es voraussichtlich nicht angenommen werden wird.

    Weiter so!

    Beste Grüße aus der Hohenzollernstraße,
    Gero

    • mm

      Lieber Gero,

      herzlichen Dank für Dein Feedback zu diesem Artikel. Finde ich gut, was Du schreibst.

      Und ja, die Anonymität des Internets ist oftmals für Nutzer verlockend. Doch welchen Zweck erfüllt es? Oftmals ist es doch die eigene Unzufriedenheit oder sogar Neid. Warum soll ich, wie Du so schön erwähnt hast, auch darauf losbrüllen? Ich höre gerne zu, doch dazu muss man auch Fragen stellen und ggf. sich selber einen Eindruck verschaffen. Ich wette mit Dir, dass sich keiner der beiden Herren melden wird. Wie ich von Kollegen bereits hörte, ist einer davon sogar in der Malerinnung Hannover. In der Branche habe ich besonders ausgeprägte Fans 🙂 Nun denn.

      Liebe Grüße,

      Matthias

  6. Hallo Herr Kollege Heyse,
    mit solchen Kommentaren muss man leider leben und umgehen. Ihr Umgang damit ist sehr gut gelöst. Gut ist immer ein sachlicher Umgang. Gruss Detlef Sauerland

Jetzt kommentieren

Erlaubtes XHTML: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Weitere Artikel aus dieser Kategorie